1. Tag: 04.09.2010
Nach der Ankunft in Ouagadougou gab es einen ersten Eindruck vom Land Burkina Faso. Es ist eine Welt so ganz anders, obwohl nur 6 Flugstunden von Mitteleuropa entfernt. Staubige Straßen, Menschen die in Hütten leben, Esel und Rinder im Straßenverkehr. Man fühlt sich wie auf einem anderen Planeten.
2. Tag: 05.09.2010
Von Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, sind wir über die Nationalstraße 1 nach Sabou gefahren. Unser Fahrer, Pater Tomasz Kret von den Franziskanern in Sabou, hat nach circa einer halben Stunde Fahrtzeit am Straßenrand angehalten und Lebensmittel von den nahe der Hauptsraße lebenden Dorfbewohnern gekauft. Bei den Franziskaner Patres in Sabou angekommen, haben wir nachmittags ein erstes Strategiegespräch zur Projektentwicklung des medizinischen Zentrum St. Maximilian Kolbe geführt.
3. Tag: 06.09.2010
Nach dem Frühstück bei den Franziskaner Patres sind wir zum medizinischen Zentrum St. Maximilian Kolbe gefahren. Dort angekommen, konnten wir uns zunächst einen Überblick bezüglich der Arbeitsbedingungen in Burkina Faso verschaffen. Wir haben Dr. Marie Croleau, Medizinische Leiterin des Zentrums und einzige Ärztin für rund 80.000 Menschen, kennengelernt und mit ihr eine Besichtigung der Krankenstation durchgeführt. Die Arbeitsbedingungen und Not der Patienten haben bei allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir hatten dann ebenfalls Gelegenheit die derzeit vorhandene, notdürftige Stromversorgung für das medizinische Zentrum zu begutachten.
Zur Erläuterung: Die Stromversorgung erfolgt über zwei Dieselaggregate, die jedoch keine gesicherte Versorgung bereitstellen können. Des Weiteren wurden einige Solarzellen installiert, die eine Leistung von ca. 0,6 KW bereitstellen können. Eine gesicherte Stromversorgung des medizinischen Zentrums ist derzeit mit den vorhandenen technischen Aggregaten definitiv nicht möglich.
Nachmittags fand dann ein Gespräch mit dem Architekten Zala aus Burkina Faso statt. Herr Zala hat mal in Deutschland gearbeitet und plant zur Zeit die deutsche Botschaft in Burkina Faso. Herr Zala konnte uns schon wichtige Details und Informationen zur Baukonstruktion und Bauweise in Burkina Faso liefern.
4. Tag: 07.09.2010
Morgens sind wir zu den heiligen Krokodilen von Sabou gefahren. Die Krokodile wurden von mehreren Dorfbewohnern mit „lebenden Hühnern“ aus dem See zum Ufer angelockt.
Die heiligen Krokodile von Sabou sind freundliche Tiere. Der Legende nach wurde einst ein Dorfchef von Sabou von einem Krokodil vor dem Tod bewahrt. Im Glauben der Bewohner von Sabou verkörpern die Krokodile die Seelen der Vorfahren und sind deshalb heilig.
Anschließend sind wir ins Landesinnere gefahren und haben ein kleineres Dorf besichtigt. Hierzu muss man wissen, dass man vor Besichtigung eines Dorfes den Ältesten bzw. König des Dorfes um Erlaubnis bitten und auch einen entsprechenden Salär bezahlen muss. Der König des Dorfes war uns sehr wohl gesonnen und hat uns zunächst zu einem Gespräch auf dem Dorfplatz eingeladen. Anschließend haben uns ein paar Kinder das Dorf gezeigt. Zum Abschied haben wir von dem König ein lebendes Huhn als Zeichen der Anerkennung geschenkt bekommen.
Nachmittags gab es ein Abstimmungsgespräch mit Herrn Souleymane Sow von der Fa. MicroSow aus Ouagadougou. Herr Sow ist Elektroingenieur und hat in Deutschland studiert. Er betreut nun eine Firma für Photovoltaikanlagen in Burkina Faso. Mit Herrn Sow haben wir die Möglichkeiten zur Energieversorgung am Krankenhaus St. Maximilian Kolbe besprochen. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit zur Nutzung von Biogas zur Stromerzeugung erläutert. Im Rahmen der weiteren Projektbearbeitung wird Herr Sow sicherlich ein wichtiger Ansprechpartner sein.
Anschließend haben wir ein weiteres Strategiegespräch mit Pater Tomasz und Schwester Marie geführt, um die weitere Entwicklung des Krankenhauses zu erörtern.
5. Tag: 08.09.2010
Wir sind nach Koudougou gefahren und haben dort mit dem ärztlichen Direktor der Provinz Koudougou ein Gespräch geführt. Anschließend haben wir das Provinzkrankenhaus besichtigt. Dieses Krankenhaus verfügt im Prinzip über alle erforderlichen Einrichtungen eines Krankenhauses, wie eine Kinderstation, eine Gynäkologie, Operationsräume, Röntgenräume etc. Auch diese Besichtigung hat sicherlich einen bleibenden Eindruck bei allen Beteiligten hinterlassen. Die Arbeitsbedingungen der Ärzte und Schwestern sind kaum zu beschreiben.
Zur Erläuterung: Beispielsweise gibt es nur einen Chirurgen, der im Prinzip 24 Stunden Bereitschaft hat und zur Verfügung stehen muss. Darüber hinaus muss man wissen, dass es in dem Krankenhaus keine zentrale Essenversorgung gibt. Jeder muss im Prinzip für sich selbst sorgen. Dies bedeutet, dass neben den Patienten auch einige Angehörige in dem Krankenhaus sind und jeglichen freien Platz nutzen um Essen zuzubereiten. Die hygienischen Verhältnisse sind nach meiner Auffassung mehr als bedenklich.
Nach der Besichtigung des Krankenhauses und einer weiteren Besprechung mit dem ärztlichen Direktor bin ich mit Pater Tomasz zurück nach Ouagadougou gefahren.
6. Tag: 09.09.2010
Morgens fand ein weiteres Gespräch mit dem Architekten Herrn Zala und Herrn Souleyman Sow im Hotel statt. Gegen 17.00 erfolgte dann der Transfer zum Flughafen mit Rückflug Richtung Paris und Frankfurt.
Das Ende einer gleichermaßen spannenden wie ernüchternden Reise in eine andere Welt. Für mich sicherlich nicht die letzte Reise nach Burkina Faso.


